Stadt Schmallenberg, Latrop, Holthausen und Niederberndorf

Klima-Kommunen: Energiespar-Check für Schmallenbergs Dörfer

Seit 2008 ist die Stadt Schmallenberg eine von fünf Klima-Kommunen in NRW. Das Bundesumweltministerium fördert seit 2010 die Personal- und Sachkosten mit 135.000 EUR, außerdem wurde eine Stelle für einen Klimaschutz- und Projektmanagers im Rathaus eingerichtet, die mit Herrn Helmut Hentschel besetzt ist. Das Umweltministerium NRW stellt ca. 15.000 EUR für die Erstellung eines integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept bereit. Dieses Konzept enthält die Verpflichtung, bis 2020 die CO2-Emissionen um 33 % zu reduzieren, und eine ganze Reihe innovative Ideen zum Klimaschutz.

Für die verschiedenen Projekte erhält die Stadt eine Landesförderung in Höhe von 144.000 EUR für den Zeitraum von 2009 bis 2011. Zu den Fördermaßnahmen gehören ein Klima-Check für Schmallenbergs Dörfer im Hinblick auf Energieeinsparung, Nutzung erneuerbarer Energien und Anpassungsmaßnahmen, die Entwicklung einzelner Orte zu Bioenergiedörfern und der Bau eines "EnergieParkplus", insbesondere zur Nutzung des Energieträgers Holz. Ergänzt werden diese Fördermaßnahmen durch den Schmallenberger Klima-Fonds, der umfangreiche Investitionen im Klimaschutz und in der Nutzung regenerativer Energien ermöglicht wie z. B. die Sanierung von Altgebäuden (im Hinblick auf Energieeffizienz und -einsparung), Wärmeschutzmaßnahmen oder Umstellung auf erneuerbare Energien. Denn meist können sich Privatleute oder Vereine diese Investitionen nicht leisten.

Mit Einrichtung des Klima-Kommune-Managements ist in Schmallenberg ein Klimazentrum entstanden. Es dient in erster Linie als Informationszentrale und Anlaufstelle für ganz NRW im Bereich Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Gleichzeitig ist es aber auch Schulungs- und Fachzentrum. Mit Demonstrationsanlagen, Ausstellungen und EDV-gestützten Terminals sowie umfangreichen Bildungsangeboten kann Wissen über energieeffizientes Bauen, Einsatz von erneuerbaren Energien etc. vermittelt werden.

Unterstützung für private Hauseigentümer

Außerdem hilft die Stadt z.B. Hauseigentümern beim Aufspüren von Schwachstellen. Gemeinsam mit der Stadtsparkasse unterstützte sie 100 Aktionen für private Hauseigentümer: 50 Thermografien und 50 Gebäudeenergieberatungen. Ziel war es, Schwachstellen zu finden, konkrete Vorschläge zur Sanierung zu machen und nicht zuletzt einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Im März 2011 wurde etwa eine Thermografieaktion von Stadt und Stadtsparkasse durchgeführt, in deren Rahmen 25 Gebäude untersucht worden sind.

Für die Ortschaften Schmallenbergs werden zudem Maßnahmen für eine zukunftsfähige Dorfentwicklung im Klimawandel erarbeitet. Aufgrund der Vielzahl der Dörfer, deren Einwohnerzahlen von unter 10 bis über 1000 schwanken, kann Schmallenberg beispielhafte Modelle für unterschiedliche Strukturen und Größenordnungen liefern. Zunächst werden Kriterien zur Bestandsaufnahme der Energiesituation festgelegt. Nach einer umfassenden Bewertung werden konkrete Maßnahmen erarbeitet, die Energie- und CO2-Bilanz verbessern z. B. die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien (sog. "Bio-Energie-Dörfer").

Die Weiterentwicklung des Holzgewerbeparks zum EnergiePark ist ein Beispiel für die dezentrale Versorgung von Gewerbe- und Baugebieten. Unternehmen und kommunale Einrichtungen sollen durch einen Mix aus unterschiedlichen Energiequellen versorgt werden.

Mit der Entwicklung des Feriendorfes "pro Klima - rundum gesund wohnen" verfolgt die Stadt Schmallenberg ein ganzheitliches Gesamtkonzept. Einerseits soll die Energieversorgung durch den Einsatz erneuerbarer Energien sichergestellt und Niedrigenergiehäuser eingesetzt werden. Andererseits sollen auch gesundheitliche Aspekte in das Projekt einbezogen werden: allergikergeeignete Zimmer, medizinische Angebote, Therapien und Lage in idyllischer Natur und Landschaft.

Auch die nachhaltige Gestaltung der Landschaft gewinnt vor dem Hintergrund des Klimawandels an Bedeutung. Höhere Niederschlagsmengen in den Wintermonaten steigern die Gefahr von Hochwasserereignissen, wohingegen extreme Hitze im Sommer eine neue Art der Waldbewirtschaftung erfordert. Ziel des Projekts ist somit eine angepasste Waldbewirtschaftung, die Regenerations- und Funktionsfähigkeit des Waldes erhält und verbessert, aber ebenfalls des Oberflächenabfluss sowie die Gefahren von Starkregenereignissen minimiert. Somit kann sich die Stadt Schmallenberg zum Vorreiter und räumlichen Schwerpunkt für eine nachhaltige Landschaftsgestaltung und einen zukunftsfähigen Wald in NRW entwickeln.